Wie Physiotherapie durch Verhaltensforschung nachhaltige Bewegung sichert
Physio Deutschland hat für den internen Fachaustausch „Treffpunkt Wissenschaft" ein Seminar angekündigt, das sich einem Thema widmet, das im Behandlungsalltag seit Jahren unterrepräsentiert bleibt…

Was das Seminar konkret vermittelt
Physio Deutschland hat für den internen Fachaustausch „Treffpunkt Wissenschaft" ein Seminar angekündigt, das sich einem Thema widmet, das im Behandlungsalltag seit Jahren unterrepräsentiert bleibt: der Motivation von Patientinnen und Patienten zu dauerhafter körperlicher Aktivität. Laut den Vorabinformationen des Berufsverbands verknüpft die Veranstaltung aktuelle Studienergebnisse der Verhaltensmedizin mit praxisnahen Ansätzen für die tägliche Behandlung. Für Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, die sich fragen, wie sich Therapieeffekte über den Behandlungszeitraum hinaus sichern lassen, ist das ein Thema mit unmittelbarem Relevanzwert.
Die zentrale Herausforderung bleibt bekannt: Obwohl Empfehlungen zur Bewegung in der Bevölkerung weithin bekannt sind, sinkt die Aktivität nach Abschluss einer Therapie häufig rapide ab. Verhaltensmedizinische Forschung zeigt, dass einfache Aufklärung über Home-Exercise-Programme oft nicht ausreicht, um langfristige Verhaltensänderungen auszulösen. Motivationsbezogene Ansätze, die die Selbstwirksamkeit der Patientinnen und Patienten stärken und individuelle Barrieren adressieren, sind hier ein vielversprechender Baustein. Wer am Seminar teilnimmt, sollte daher gezielt auf Strategien achten, die sich in die begrenzte Sitzungszeit einer Physiotherapie integrieren lassen, ohne zusätzlichen Zeitaufwand zu generieren.
20.000 Euro Fördergeld für Forschung zur Bewegungsförderung
Parallel zum Seminar hat die Stiftung von Physio Deutschland Fördermittel in Höhe von insgesamt 20.000 Euro für Forschungsvorhaben und Evaluationsprojekte in der Physiotherapie ausgeschrieben. Gesucht werden ausdrücklich Projekte, die sich mit Bewegungsförderung und Aktivierung von Patientinnen und Patienten beschäftigen. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 31. Dezember 2026.
Für Kliniken und Praxen, die ohnehin Ergebnisse aus eigenem klinischen Alltag systematisch erheben, bietet sich das als strukturierter Einstieg in die eigene Evaluationsarbeit an. Besonders Evaluationsprojekte, die Therapieverläufe in der Praxis dokumentieren und Auswertungen vornehmen, werden gezielt angesprochen. Wer eine Antragstellung erwägt, sollte den Fokus auf die Frage legen, welche konkreten Aktivierungsstrategien in welchem Patientenkollektiv wirksam sind, und die Methodik so aufsetzen, dass Ergebnisse publizierbar sind. Angesichts des vergleichsweise moderaten Fördervolumens sind überschaubare, klar abgegrenzte Fragestellungen die realistischere Wahl.
Was Praxis-Teams jetzt prüfen sollten
Die Kombination aus Seminar und Forschungsförderung zeigt die strategische Ausrichtung: Bewegungsförderung als messbarer Behandlungsbestandteil, nicht als Beiwerk. Für Praxen und Institute lohnt sich in den kommenden Wochen eine doppelte Prüfung:
- Qualifikation: Lohnt sich die Teilnahme am Fachaustausch für das eigene Team, insbesondere für Therapeutinnen und Therapeuten, die sich auf Verhaltensmedizin und Motivationsmanagement spezialisieren möchten?
- Forschungsvorhaben: Steht intern ein Dokumentationsprojekt an, das mit den Förderkriterien der Stiftung übereinstimmt? Die Frist bis Ende Dezember lässt ausreichend Vorlauf für einen Antrag.
- Implementierung: Welche motivierungsbezogenen Ansätze lassen sich schon jetzt, ohne externe Fortbildung, in den Behandlungsalltag integrieren?
Die Förderausschreibung endet am 31. Dezember 2026. Termine und Antragsmodalitäten für den „Treffpunkt Wissenschaft" werden von Physio Deutschland separat bekannt gegeben.