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Cochrane-Stiftung vor dem Aus: Verbände fordern dauerhafte Bundesmittel

Nach Berichten des Informationsdienst Wissenschaft warnen Gesundheits- und Berufsverbände, darunter Physio Deutschland, vor den Folgen des auslaufenden Bundeszuschusses für die Cochrane Deutschland…

Cochrane-Stiftung vor dem Aus: Verbände fordern dauerhafte Bundesmittel

Cochrane Deutschland Stiftung: Fachkreise fordern Bundesregierung zur Weiterfinanzierung auf

Nach Berichten des Informationsdienst Wissenschaft warnen Gesundheits- und Berufsverbände, darunter Physio Deutschland, vor den Folgen des auslaufenden Bundeszuschusses für die Cochrane Deutschland Stiftung und fordern eine dauerhafte Finanzierung. Ihr Argument: Ein Wegfall gefährde den verlässlichen Wissenstransfer evidenzbasierter Erkenntnisse in die therapeutische Versorgungspraxis. Für Physiotherapeuten und Krankengymnasten, die ihre Behandlungsentscheidungen an Studien orientieren, trifft die Debatte die Infrastruktur, aus der sie ihre Evidenz beziehen.

Was konkret bedroht ist

Die Verbände stellen sich quer einer Situation, in der der Bundeszuschuss für die Cochrane Deutschland Stiftung ausläuft, ohne dass eine nachfolgende Dauerfinanzierung gesichert wäre. Der Fokus ihrer Warnung liegt auf dem Wissenstransfer: Die Synthese klinischer Evidenz soll dort ankommen, wo Patienten behandelt werden, in der Physiotherapie, der Krankengymnastik und den therapeutischen Berufen insgesamt. Sollte die Finanzierung wegbrechen, gerät dieser Übertragungsweg nach Einschätzung der Verbände in Gefahr, und zwar gerade dort, wo Physio Deutschland seine Mitglieder vertritt, im therapeutischen Versorgungsalltag.

Was Praktiker jetzt prüfen sollten

Die Frage, die sich für die Praxis stellt, ist eindeutig: Woher beziehe ich belastbare Übersichtsarbeiten und Evidence-Synthesen, wenn die nationale Anlaufstelle gefährdet ist? Bis eine politische Entscheidung vorliegt, lohnt sich der doppelte Blick. Einerseits auf die internationale Cochrane-Infrastruktur, die nicht allein von der deutschen Stiftung abhängt, andererseits auf etablierte nationale Quellen für Evidenzsynthese in der Physiotherapie. Die Verbände verlangen eine dauerhafte, verlässliche Finanzierung; eine kurzfristige Verlängerung würde die Struktur nach ihrer Einschätzung nicht langfristig absichern.

Was zu beobachten bleibt

Die Verbände haben ihre Forderung laut formuliert und damit die Verantwortung der Bundesregierung benannt. Ob eine Festzusage kommt oder eine befristete Weiterführung, ist derzeit offen. Für die Fachöffentlichkeit bleibt der Punkt relevant: Evidenzbasierte Therapie braucht eine stabil finanzierte Übersetzerinstanz zwischen Studienlage und Behandlungsalltag. Solange die Finanzfrage offen ist, sollten Teams ihre Quellenkompetenz wach halten und nicht auf eine einzelne Anlaufstelle setzen.